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Oben am Deich

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V6

[Strophe 1] Der Himmel hängt tief wie ein nasses Tuch, die Wiesen grau-grün, vom Wind zerpflückt. Jeder Halm ein sturer Zeigefinger, der sagt: „Bleib hier, du kommst nicht weiter.“ Die Äcker breit wie leere Seiten, auf die der Frost seine Zeichen malt. Zwischen Furchen schlafen alte Steine, die niemand mehr nach Namen fragt. [Pre-Chorus] Doch jeder Deich ist eine Treppe, aus Gras und Schweigen fest gebaut. Man stapft hinauf, die Sohle schwer, von Schafscheisse und Nordseeluft. [Chorus] Und wenn du oben stehst, dann siehst du: Das Meer, ein silbernes Versprechen. Es atmet laut, es kennt kein Ende, und spült die Müdigkeit fort. Jeder Deich ein Aufstieg, jede Spitze ein Blick ins Weite. Und das Salz auf deiner Zunge schmeckt wie Freiheit, die man sich verdient hat. [Strophe 2] Die Knicks sind Nähte in der Landschaft, die halten, was der Wind zerreißen will. Schafe wie Wolken auf vier Beinen, grasen geduldig durch die Zeit. Der Rasen übersät mit kleinen Hügeln, jeder ein stummes „Weiter so“. Die Luft riecht nach Torf und Algen, nach Dingen, die nicht reden, aber bleiben. [Pre-Chorus] Und jeder Schritt auf diesem Deich ist ein Stückchen Heimat im Schuh. Man rutscht zurück, man bleibt doch hängen, doch oben wartet das blaue Meer. [Chorus] Und wenn du oben stehst, dann siehst du: Das Meer, ein silbernes Versprechen. Es atmet laut, es kennt kein Ende, und spült die Müdigkeit fort. Jeder Deich ein Aufstieg, jede Spitze ein Blick ins Weite. Und das Salz auf deiner Zunge schmeckt wie Freiheit, die man sich verdient hat. [Bridge] Manche sagen, hier ist nichts als Nichts, nur Wind, der durch die Knochen pfeift. Doch wer die Stille lesen kann, findet in ihr ganze Bibliotheken. Die Möwen fliegen ihre Kreise in ein Buch, das niemand schließt. Und die Wellen flüstern alte Lieder, die nur die Küste versteht. [Chorus (leiser, dann steigernd)] Und wenn du oben stehst, dann siehst du’s: Das Meer, ein silbernes Versprechen. Es atmet laut, es kennt kein Ende, und spült die Müdigkeit fort. Jeder Deich ein Aufstieg, jede Spitze ein Blick ins Weite. Und das Salz auf deiner Zunge schmeckt wie Freiheit, die man sich verdient hat. [Outro] Schafscheisse an der Sohle, Salz auf den Lippen. Oben am Deich. Und das Meer – immer da.