
Die Legende von Rodenstein - [STTZ Myths]
# Vorwort Die Sage vom Rodensteiner aus dem Odenwald erzählt von einem Rittergeist, der dazu verdammt ist, mit seinem geisterhaften Heer zwischen seinen Burgen Schnellert und Rodenstein umherzuziehen, oft als Teil der Wilden Jagd beschrieben. Sein Erscheinen, meist in stürmischen Nächten und begleitet von Lärm wie Waffenklirren und Pferdegetrappel, gilt als wichtiges Omen für die Bewohner: Zieht er von Rodenstein nach Schnellert, kündigt dies Krieg oder Unheil an, während sein Zug von Schnellert zurück nach Rodenstein Frieden oder das Ende eines Krieges bedeutet. Siehe auch: https://www.sagen.at/texte/sagen/deutschland/hessen/rodensteinersauszug.html Geschrieben in Mittelhochdeutsch, gespickt mit ein paar gotischen Wörtern (*). # Die Sage von Rodenstein [Spoken Word] "Hört mich... Ja, ich war da. In jener Nacht... als der Sturm den Wald zerriss und etwas... anderes... erwachte. Es begann so..." [Strophe 1] Diu herbistes nahts huwilôt, naz unde kalt, {Die Herbstnacht heulte, nass und kalt,} Der regen sluoc mit grimme durch den alten walt. {Der Regen schlug mit Grimm durch den alten Wald.} Ich saz in mîner warme, wolte slâfen gân, {Ich saß in meiner Wärme, wollte schlafen gehen,} Und hôrte stille dem sturme unde sînem *wæjenân*. {Und hörte still dem Sturm und seinem Wehen zu.} Doch dô ein dôz vil verre unde tief vernam ich *sân*, {Doch da vernahm ich ein Dröhnen, fern und tief,} Als ob diu *airþa* selbe ûfzuo dem ende ran. {Als ob die Erde selbst dem Ende entgegenging.} Ein huofslac êrst, dan mêre unde mêre, als ich vernam, {Erst ein Hufschlag, dann mehr und mehr, wie ich hörte,} Als zôg' ein michel *harjis*, der reit alsam ein vlam. {Als zöge ein großes Heer, das ritt wie eine Flamme.} [Spoken Word] "Das Zittern im Boden... das war kein Donner. Nein. Das waren sie. Und dieser Klang..." [Strophe 2] Îsen ûf îsen clanc, ein holiu clincnisse, {Eisen auf Eisen klang, ein hohles Geklirr,} Unde hunde wûfzen als in geistlicher vigelnisse. {Und Hunde winselten wie in geisterhafter Qual.} Nein, bellen was'z, doch âne allen lût, {Nein, Bellen war es, doch völlig ohne Laut,} Der iegelîchem herzen sunst vil wol tuot. {Der sonst jedem Herzen so wohl tut.} Mîn eigen herze sluoc mir vaste an den hals, {Mein eigenes Herz schlug mir fest bis zum Hals,} Diu alte sage erclanc mir wider als des schalles. {Die alte Sage wurde mir beim Klang wieder bewusst.} Mir in mîn gedinge kalt unde clâr, {Kalt und klar wurde es mir im Sinn,} Von Rodensteine, dem hêrren, der rîtende dâ wâr. {Von Rodenstein, dem Herrn, der dort ritt.} [Chorus] Ich sach in ziehen, bî sturme unt naht! {Ich sah ihn ziehen, bei Sturm und Nacht!} Den Rodensteiner, der geistes waht! {Den Rodensteiner, der als Geist wacht!} Ein scatewes *harjis* vor mînem hûs! {Ein Schattenheer vor meinem Haus!} Ô *guþ*, welch grûsen, welch kalter bisûder! {Oh Gott, welch Grausen, welch kalter Schauder!} Von Rodenstein sô zôch diu michel maht, {Von Rodenstein, so zog die große Macht,} Und weste *sân*: daz unhail waht! {Und ich wusste sogleich: Das Unheil erwacht!} [Spoken Word] "Die Angst... sie schnürte mir die Kehle zu. Aber die Neugier... stärker war sie. Ich musste sehen. Musste..." [Strophe 3] Ich scoup den rigel, sachte unde leîs', {Ich schob den Riegel, sachte und leise,} Unde spehete ûz in des wetters freis'. {Und spähte hinaus in des Wetters Grauen.} Dô wâren si, scatewen, tunkel unde val, {Da waren sie, Schatten, dunkel und fahl,} Ûf rossen âne zal noch ende, durch daz tal. {Auf Rossen ohne Zahl noch Ende, durch das Tal.} Die helme blincten bleichlich, âne allen schîn, {Die Helme blinkten bleich, ohne jeden Schein,} Diu keltie crôch mir inne durch marc unde bein. {Die Kälte kroch mir durch Mark und Bein.} Ein grabes âtem lac gewalticlîch in der luft, {Ein Grabesatem lag gewaltig in der Luft,} Ein fuls smac ûz alter, tiefgelegener gruft. {Ein fauliger Geruch wie aus alter, tiefer Gruft.} [Spoken Word] Kalt... Eiskalt bis ins Mark. Nicht die Kälte des Windes... eine andere... Und Er... Er ritt voran... [Strophe 4] Ze vorderst Er, der reiks der vreslichen schar, {Ganz vorn Er, der Herrscher der furchtbaren Schar,} Grôz, ûfgerihtet, stumm unde wunderlich gar. {Groß, aufgerichtet, stumm und ganz unheimlich.} Sîn antlütze tief in scatewe lac verborgen, {Sein Antlitz lag tief im Schatten verborgen,} Doch spûrte ich *sair*, unt alt gewürme unde sorgen. {Doch spürte ich Leid, alten Verfall und Sorgen.} Si zôgen staeteclîch, ân alle vreislich hast, {Sie zogen stetig, ohne furchtbare Hast,} Ein *harjis* von tunkelre, manigfaltiger last. {Ein Heer von dunkler, mannigfaltiger Gestalt.} Unde ir vartrîse diu was wârlichen clâr: {Und ihr Weg war wahrlich klar:} Zuo Schnellharts veste die ganze unholde schar! {Zur Feste Schnellert die ganze unholde Schar!} [Spoken Word] "Nach Schnellerts! Ihr wisst, was das bedeutet! Jeder hier weiß es! Unheil!... Krieg!..." [Chorus] Ich sach in ziehen, bî sturme unt naht! {Ich sah ihn ziehen, bei Sturm und Nacht!} Den Rodensteiner, der geistes waht! {Den Rodensteiner, der als Geist wacht!} Ein scatewes *harjis* vor mînem hûs! {Ein Schattenheer vor meinem Haus!} Ô *guþ*, welch grûsen, welch kalter bisûder! {Oh Gott, welch Grausen, welch kalter Schauder!} Von Rodenstein sô zôch diu michel maht, {Von Rodenstein, so zog die große Macht,} Und weste *sân*: daz unhail waht! {Und ich wusste sogleich: Das Unheil erwacht!} [Spoken Word] Sie zogen vorbei... es schien eine Ewigkeit. Und als sie fort waren... diese Stille... sie war fast schlimmer als der Lärm. Diese Nacht... sie hat mich gezeichnet. [Outro] Der spûc verswant, der schal verclanc sô drâte, {Der Spuk verschwand, der Schall verklang so jäh,} Diu *nahts* bleip stille unt ich in angestlîcher wâte. {Die Nacht blieb still und ich in ängstlicher Wacht.} Kein ouge tete ich die lange wîle zuo, {Kein Auge tat ich die ganze lange Zeit zu,} Vant keine raste mehr... {Fand keine Ruhe mehr...} # Disclaimer: AI-generated - this song and the cover art/video was created by or with the help of AI, in accordance with Art. 50 EU AI Act.

