
Kinderaugen (Strophe 1) Wir tragen Kinderaugen unter schwarzem Lidstrich, U-Bahn riecht nach Eisen, Angst und billigem Licht. Plattenbau-Gebete, keiner hört, wenn du flüsterst, Gott hängt im Treppenhaus, aber schaut nur auf uns runter. Dein Name auf der Haut mit Kugelschreiber eingeritzt, Identität wie Rauch, der sich verzieht, sobald du blinzelst. Wir lernen früh, wie man Gefühle übertönt— mit Musik, mit Nadeln, mit allem, was kurz betäubt. Und sie sagen: „Du bist jung, das geht vorbei“— doch wir sind längst verloren zwischen Neon und Blei. ⸻ (Pre-Chorus) Und irgendwo schreit noch das Kind in dir, doch die Stadt dreht lauter, bis du es nicht mehr spürst— ⸻ CHORUS Wir sind Kinder vom Beton — Beton — Beton, keine Liebe, nur ein Echo im Telefon. Zu kaputt für ein Zuhause, zu wach für den Traum, und wir rennen durch die Nacht, doch wir kommen nicht raus. Sag mir, fühlst du noch was? — was — was — was… oder bist du schon weg unter all dem Asphalt? Wir sind schön, wir sind krank, wir sind laut, wir sind leer— und wir gehen immer tiefer, doch wir spüren nichts mehr… mehr… mehr… ⸻ POST-CHORUS Nichts mehr — mehr — mehr… nur noch Herzschlag im Verkehr Nichts mehr — mehr — mehr… nur noch wir gegen den Rest ⸻ (Strophe 2) Siehst du Christiane F. im Spiegel, nur moderner verpackt, gleiche Leere in den Augen, nur mit WLAN statt Kontakt. Und Wir Kinder vom Bahnhof Zoo war nie Geschichte— es ist Gegenwart, nur dass keiner mehr richtig hinsieht. Dein Körper wird zur Währung, deine Seele zum Pfand, du verkaufst dich Stück für Stück an eine unsichtbare Hand. Und die Dealer heißen jetzt „Erfolg“ und „Perfektion“, doch der Absturz fühlt sich immer noch gleich an—nur ohne Grund. Mama sagt, ich soll kämpfen, Papa sagt, ich soll stark sein, doch keiner sagt dir, wie man lebt, wenn man sich selbst nicht erträgt. ⸻ (Pre-Chorus 2) Und irgendwo blutet noch das Kind in dir, doch du lernst, wie man lächelt, während alles erfriert— ⸻ CHORUS Wir sind Kinder vom Beton — Beton — Beton… ⸻ (Bridge —) Wir wollten nur fühlen— jetzt fühlen wir nichts. Wir wollten nur raus hier— jetzt gibt’s kein Zurück. ⸻ FINAL CHORUS Wir sind Kinder vom Beton — Beton — Beton, jede Nacht eine Flucht, jede Ader ein Thron. Zu kaputt für ein Gebet, zu verloren für Licht— und wir lieben diesen Abgrund, weil er uns verspricht— Dass wir fühlen… fühlen… fühlen… auch wenn alles hier in uns zerfällt. Sag mir, fühlst du noch was? — was — was — was… oder bist du schon weg unter all dem Asphalt? Wir sind schön, wir sind krank, wir sind laut, wir sind leer— und wir gehen immer tiefer… immer tiefer… immer mehr…

